Gute Vorsätze und neue Gewohnheiten
Trotz neuem Jahr und trotz guter Vorsätze alles beim Alten? Wieder keine Veränderung? Sie ärgern sich noch immer über die gleichen, lästigen Gewohnheiten?
Die Veränderung von Gewohnheiten stellt tatsächlich eine größere Herausforderung dar, als vielen bewusst ist. Die Forschung erklärt uns heute auch, warum wir einmal etablierte Gewohnheiten so schwer loswerden: Unser Gehirn ist auf Effektivität ausgerichtet, Gewohnheiten stellen so etwas wie Autobahnen in unserem Gehirn dar. Damit verpulvern wir nicht unnötig Hirnkapazitäten für Aufgaben, die regelmäßig wiederkehren. Über Routinetätigkeiten wird nicht mehr eigens nachgedacht.
Gewohnheiten zu ändern bedeutet also, neue Autobahnen im Gehirn anzulegen und unser Gehirn dazu zu bringen, nicht mehr automatisch auf den alten Fahrplan zu schalten, sondern die neue Straße zu nehmen. Diese alten Muster loszuwerden braucht daher viel Aufmerksamkeit und seine Zeit. Vor allem braucht es regelmäßige Wiederholung um neue Routinen und damit quasi neue Autobahnen im Kopf entstehen zu lassen. Schon Konfuzius war – lange vor den Zeiten der neurobiologischen Forschung – bekannt, dass nur regelmäßige Wiederholung zu dauerhafter Veränderung führt:
„Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag“ (Konfuzius)
Also nicht von den ersten Rückschlägen entmutigen lassen!
Mag. Regina Haberfellner, 1090 Wien
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Workshop: Die Säulen der Krisenfestigkeit
Kostenloser Workshop in Wien
Ich lade euch ganz herzlich zu meinem Workshop “Die Säulen der Krisenfestigkeit” am 12. Jänner 2010 in Wien ein. Der Workshop ist kostenlos da er im Rahmen der Mingo-Academy stattfindet.
Hier klicken für Infos über die Workshop-Inhalte und Möglichkeit zur Online-Anmeldung!
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Verdammt ich hab nichts
Beim Beratertag 2009 habe ich einen von Anitra Eggler (Mamma Media) sehr ansprechend gestalteten Workshop zu Online Marketing besucht. Bei dieser Gelegenheit hat sie uns einen Videoclip gezeigt, der für gute Stimmung gesorgt hat und den ich euch hier nicht vorenthalten will.
“Verdammt ich lieb dich” - damit ist der deutsche Sänger Matthias Reim auch vielen Österreichern bekannt. Was ich bisher nicht wusste ist, dass er in die Insolvenz geschlittert ist. Damit wurde er für Sixt zu einem geeigneten Testimonial, um Leihautos zu bewerben - natürlich nicht irgendwelche, sondern schicke Cabrios. Sein Hit wurde in “Verdammt ich hab nix” umgetitelt und der Clip besticht durch jede Menge Selbstironie. Aber sehen Sie selbst!
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Komplexe Planungstools oder simply Excel?
Heute war ich beim Unternehmensberater-Expertentag mit dem klingenden Titel “Erfolgreiches Projektmanagement bei Sanierungen”. Ort des Geschehens war KPMG in Wien und es haben einige Mitarbeiter der KPMG über ihre Vorgehensweisen und Erfahrungen referiert.
Als es um die Finanzplanung bei Sanierungskonzepten ging, fragte einer der Zuhörer: “Welche Planungstools verwenden Sie? Mit welchem System arbeiten Sie?” Die Antwort überraschte sichtlich viele Zuhörer - es wird nämlich mit Excel geplant. Als es etwas später um das interne Projektmanagement bei Sanierungsprojekten ging, kam die gleiche Frage wieder. Und auch dieses Mal die gleiche Antwort: Excel.
So komplex wie nötig, so einfach wie möglich
Einge der Zuhörer murmelten “Aha, die kochen also auch nur mit Wasser”. Auch ich war erstaunt über diese Antwort, hatte mir erwartet, dass da mit hochkomplexen Tools gearbeitet wird.
Tatsache ist jedoch, dass es bei Sanierungsprojekten schnell und effektiv gehen muss, da zählt unter Umständen jeder Tag. Für Firlefanz oder verspielte Tools ist da offensichtlich kein Platz.
Die gute Nachricht: Jeder, der Excel installiert hat, verfügt über ein Tool, mit dem man sogar große Restrukturierungsprojekte managen kann.
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Gute Vorsätze: richtig visualisieren
Der Jahreswechsel naht und damit kommt nun wieder die Zeit der guten Vorsätze.
Mein Eindruck ist, dass die guten Vorsätze in den letzten Jahren etwas an Terrain verloren haben. Der Grund scheint mir auf der Hand zu liegen: zu viele gute Vorsätze versanden und übrig bleibt nur Frust. Alle Jahre wieder mit der eigenen Unzulänglichkeit konfrontiert zu werden, ist nicht jedermanns/ jederfrau Sache.
Für alle, die noch an gute Vorsätze glauben, habe ich einige Fakten gesammelt. Ich beginne heute mit interessanten Forschungsergebnissen zur Visualisierung von guten Vorsätzen.
Welches ist das effektivere Bild?
Immer wieder ist der gute Ratschlag zu lesen, die eigenen guten Vorsätze zu visualisieren, sie sich also möglichst bildhaft vorzustellen. Die einen empfehlen, sich den Zielzustand möglichst in allen Farben auszumalen. Andere raten dazu, sich den Prozess bis hin zum erfolgreichen Wunschzustand vor Augen zu führen.
Im Jahr 2004 führte das Institut für Psychologie an der Ohio State University ein interessantes Experiment durch. Am Vorabend von Wahlen wurden Studenten aufgefordert, sich vorzustellen, wie sie am nächsten Tag zur Wahl gehen würden. Dabei wurden zwei Gruppen gebildet:
- Probanden der einen Gruppe sollte sich vor Augen führen, wie sie am nächsten Tag zur Wahl schreiten. Dabei nahmen sie eine ich-bezogene Perpektive ein, stellten sich den Wahlvorgang aus ihrer eigenen Perspektive vor.
- Probanden der anderen Gruppe sollte sich aus der Perspektive einer dritten Person vorstellen, wie sie zur Wahl gehen.
Die Studenten wurden gebeten, sich ein möglichst umfassendes Bild vom Wahlvorgang zu machen. Dazu gehörte auch, sich Barrieren und Hindernisse vor Augen zu führen wie z.B. scheusliches Wetter oder eine lange Warteschlange vor der Wahlkabine.
Tatsächlich gingen am nächsten Tag 72% jener Studenten zur Wahl, die eine ichbezogene Visualisierung vorgenommen hatten. Von jenen, die sich aus der Perspektive einer dritten Person visualisiert hatten, gingen jedoch 90% zur Wahl!
Visualisieren mit Perspektivenwechsel
Sich aus der Perspektive eines Dritten zu visualisieren, erhöht also die Wahrscheinlichkeit, ein Vorhaben wirklich umzusetzen. Die Autoren der Studie haben dafür auch eine Begründung:
- Menschen neigen dazu, ihre eigenen Handlungen in Bezug zur konkreten Situation zu beurteilen. Das Nichtwählen wird dann als Folge von Zeitmangel oder anderer äußerer Umstände interpretiert.
- Die Handlungen – und auch Unterlassungen – Dritter hingegen werden auf konstante Charaktereigenschaften zurückgeführt, die situationsunabhängig sind. Schlechtes Wetter oder zu wenig Zeit zählen hier nicht als Begründung.
Sehen wir uns also aus der Perspektive Dritter, legen wir einen anderen Maßstab an das eigene Handeln an. Wir beurteilen das eigene Tun so, wie wir annehmen, dass andere unser Tun beurteilen.
Link: Visual Imagery Technique Boosts Voting
Mag. Regina Haberfellner, 1090 Wien
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Empfehlung: Regelmäßiger Selbstcheck
Vor mehr als fünf Jahren hatte ich diesen Selbsttest das erste Mal durchgeführt. Die Ergebnisse hatten mir damals deutlich gemacht, dass ich noch einiges Entwicklungspotenziel hatte;-)
Die Rede ist vom Life-Balance-Test, den Lothar Seiwert online anbietet.
Aha-Erblebnis mit dem Life-Balance-Test
Es war noch die Zeit der sporadisch aktualisierten Todo-Listen, immer am Werken und trotzdem das Gefühl, am Stand zu treten. Und da hatte ich nun diese Grafik vor mir: Planung praktisch inexistent, mit meiner Gelassenheit war es auch nicht weit her, dafür super Werte bei der Power. Die brauchte ich aber auch für den Aktionismus und die Hektik, die schwindelerregende Werte erreichten.
Damals hatte ich mir die grafische Auswertung ausgedruckt und ich horte sie bis heute - quasi als stille Mahnung. Dazu hatte ich für jede der 12 Dimensionen Werte markiert und daraus meine “Wunschgrafik” gebastelt. Weniger Stress und Hektik, mehr Effektivität und Gelassenheit - kurz gesagt: das Wunschbild war spiegelverkehrt zu dem damaligen Ergebnis.
Jede Woche ein Check-up
Zu Beginn wiederholte ich den Test sporadisch alle paar Monate. Es tat sich nichts. Einmal bei der einen Dimension eine kleine Verbesserung, das andere Mal bei einer anderen Dimension.
Vor drei Jahren machte ich dann schließlich ernst. Ich wiederhole seither den Test jede Woche als Wochenabschluss. Ich beantworte die Fragen immer konkret in Bezug auf die vergangene Woche.
Siehe da: Innerhalb weniger Monate veränderte sich das Bild völlig und die Ergebnisse übertrafen bald meine kühnsten Erwartungen.
Selbstcheck als Erinnerungshilfe
Seither gehört der Selbstcheck fix zu meinem wöchentlichen Programm. Nach wie vor drucke ich mir jedesmal das Ergebnis aus und lege es in einem eigenen Ordner ab. Auch jetzt passiert es gelegentlich, dass mir die Woche davonläuft und der Check unter den Tisch fällt. Passiert das zwei oder drei Wochen hintereinander, dann läuten bei mir die Alarmglocken. Wenn ich nicht eine halbe Stunde in der Woche Zeit zur Reflexion habe, dann wird die nächste Woche nicht besser werden.
Nützlich und kostenlos
Ich kann den Selbsttest nur empfehlen. Wie immer bei solchen Tools: es ist nützlich, wenn man ehrlich zu sich selbst ist. Mir hat es geholfen, meine Arbeitsprozesse effektiver zu gestalten.
Also viel Spaß dabei!
Mag. Regina Haberfellner, 1090 Wien
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Vom Anfang und vom Ende des Tages
Ich habe ja schon meine Vorliebe für Todo-Listen erwähnt. Natürlich lässt sich nicht jeder Tag so kontrolliert durchziehen, manchmal kommt alles ganz anders als geplant. Darum spielen bei mir zwei Eckpunkte des Tages - nämlich der Anfang und das Ende des Tages - eine wichtige Rolle.
Mit Erfolgserlebnisse in den Tag starten
Der Start in den Tag ist eine besonders heikle Phase. Ist der Computer einmal angeworfen, gibt es gleich eine Menge an Versuchungen: Diverse Newsletter flattern über die Mailbox herein, auf Twitter gibt es sicher auch Interessantes, und schon ist der halbe Vormittag verflogen… Die Todo-Liste dämmert noch vor sich hin während ich mich in den Weiten des WWW verliere ![]()
Daher ist es für mich besonders wichtig, als erstes einen Punkt auf meiner Todo-Liste abhaken zu können. Ich starte in der Regel mit Punkten, die nur wenig Zeit in Anspruch nehmen. So habe ich nach einer Stunde bereits ein paar Punkte, die ich auf meiner Todo-Liste durchstreichen kann - das macht ein gutes Gefühl!
Mit Erfolgserlebnissen den Tag beenden
Genauso wichtig wie mit Erfolgserlebnissen in den Tag zu starten, ist für mich, mit Erfolgserlebnissen den Tag zu beenden. Einmal richtig angefangen, geht mir der Tag meist leicht von der Hand. Trotzdem, an manchen Tagen hält sich der morgendliche Elan nicht. Der Tag zieht sich wie ein Kaugummi, will nicht so recht in der Spur bleiben und langsam macht sich Frust breit.
Ich habe es mir daher zur Grundregel gemacht, für den Tagesabschluss ein oder zwei kleinere Aufgaben aufzubewahren, von denen ich weiß, dass sie mir leicht von der Hand gehen. So stelle ich sicher, dass ich auch an Tagen, die nicht so gut laufen, einen positiven Tagesabschluss habe und den Feierabend genießen kann.
Mag. Regina Haberfellner, 1090 Wien
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Brauchen wir die Mindestesquoten?
Jetzt gibt es schon einige Zeit Diskussion um eine Reform des Insolvenzrechts. Ursprünglich stand die Reformierung des Privatkonkurses im Raum, die Pläne dafür waren schon fix und fertig. Dann kam die Finanzkrise und nun hat sich das Blatt gewendet: Das Insolvenzrecht für Unternehmen soll statt dessen einen neuen Anstrich bekommen.
Tatsächlich dümpelt der gerichtliche Ausgleich schon lange vor sich hin, wurde praktisch zum toten Recht. Die Anreize, den Weg über einen gerichtlichen Ausgleich zu gehen, sind tatsächlich gering und die 40%-Quote macht die Sache nicht einfacher. Schließlich kommen auch noch Verfahrenskosten dazu und dann ist man schnell bei einer realen Quote von 50% bis 60%.
Also gibt es jetzt Bestrebungen, die 40%-Quote zu senken und im Gegenzug dafür einige Auflagen zu verschärfen. Die Frage ist nur, brauchen wir diese Mindestquoten überhaupt?
Sind die Mindestquoten kontraproduktiv?
Ich behaupte einmal frisch von der Leber weg: ja. Tatsache ist, dass bei einer Verwertung des Unternehmens in aller Regel minimale Quoten übrig bleiben, eine 5%-Quote für die Gläubiger ist schon sehr hoch gegriffen, zumeist erhalten die Gläubiger (vor allem Lieferanten) deutlich weniger.
Kann das Unternehmen nun z.B. einen Zwangsausgleich mit einer 20%-Quote anbieten, sind alle besser dran. Das Unternehmen lebt weiter, Arbeitsplätze werden erhalten und die Gläubiger erhalten 20% der Forderungen. Bei einer Verwertung wird das Unternehmen geschlossen, Arbeitsplätze sind pfutsch und die Gläubiger müssen sich mit einer Quote im unteren einstelligen Bereich zufrieden geben.
Was nun, wenn das Unternehmen eine 15%-Quote erfüllen könnte? Dann hat es im derzeitigen System keine Chance und die schlechteste aller Varianten für alle Beteiligten wird Realität.
Das hat wohl alles mit Psychologie zu tun…
Also rational sind die Mindestquoten meines Erachtens nach nicht erklärbar. Schließlich müssen - egal ob Zwangsausgleich oder gerichtlicher Auslgeich - immer die Gläubiger ihre Zustimmung erteilen. Ein Unternehmer kann sich nicht hinstellen und einfach verkünden: “Egal ob es euch passt oder nicht, ich entschulde mich jetzt und speise euch mit einer 15%-Quote ab.”
Also kann es bei den Mindestquoten nicht einfach um Geld gehen. Sie erfüllen irgendeinen anderen Zweck - wohl so etwas wie die Befriedigung von Bedürfnissen nach Gerechtigkeit und Strafe oder die Schaffung eines Regulativs, das vorgibt, wer würdig ist, noch eine Chance zu bekommen.
Aber wer weiß, vielleicht wird ja die Abschaffung der Mindestquote der nächste Schritt sein…
Mag. Regina Haberfellner, 1090 Wien
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Wenn gar nichts mehr geht…
Da war ich also im schönsten Schwung, das Jahr ging dem Ende zu, ich war zufrieden mit mir, feierte meine Beraterliste auf www.unternehmer-in-not.at und für das kommende Jahr 2009 hatte ich schon jede Menge Pläne in der Schublade.
Und dann kam von einem Tag auf den anderen alles anders. Keine Sorge, mir persönlich geht es gut, leider gilt das nicht für alle Menschen in meinem engsten Umfeld und das hat mich in den letzten Monaten doch ordentlich durcheinander gewirbelt. Meine schönen Listen waren das Papier nicht mehr wert, auf dem sie geschrieben standen, jeden Tag war unklar, was der nächste Tag oder die nächste Woche bringen würde. Von “alles wieder paletti” bis hin zur totalen Katstrophe war alles im denkmöglichen Bereich und die Wahrscheinlichkeiten für das eine wie für das andere unterschieden sich marginal.
Nun, da das Schlimmste überstanden ist, kann ich rückblickend zusammenfassen, was mir geholfen hat, diese Krise zu überstehen:
- Mein Netzwerk: damit meine ich nicht nur mein geschäftliches Netzwerk und meinen Freundes- u. Familienkreis, sondern eine Menge höchst unterschiedlicher Kontakte, die mir bei der Klärung unterschiedlichster Fragestellungen rasch und unkompliziert geholfen haben - extrem hilfreich, um die Orientierung wieder zu gewinnen.
- Glück: ich hatte schlichtweg auch Glück, denn ich hatte alle Projekte, die einen engen Zeitplan und hohen Arbeitsdruck mit sich brachten, für das Jahr bereits abgeschlossen.
- Gute Beziehung zu Auftraggebern: Mit meinen Auftraggebern und Kooperationspartnern verbinden mich überwiegend langjährige Geschäftsbeziehungen. Sie vertrauten auf meine bisherigen Leistungen und gaben mir den nötigen Freiraum, den ich in dieser Phase dringend benötigte.
- Augen zu und durch.Tja, das ist nun eine Aussage, die ich normalerweise mit Vorsicht genieße, aber in diesem Fall war es so. Das bedeutet für mich nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern die Dinge zu nehmen wie sie kommen - vor allem, da ich sie ohnehin nicht ändern, sondern aus allem nur das Beste machen konnte.
- Negative Menschen meiden. Leider gibt es zu viele Menschen, die einen in einer solchen Situation mit - vielleicht auch wohlgemeintem und anscheinend mitfühlendem - Bedauern zuschütten wollen oder sich in Negativszenarien ergehen. Sie sind nur nicht besonders hilfreich und ich habe diese Kontakte gemieden wie der Teufel das Weihwasser.
Was hat mir diese Krise gebracht?
- Es gibt eine Menge Menschen, denen ich aus tiefstem Herzen dankbar bin. Zu wissen, dass man im Notfall wirklich Unterstützung erhält - und zum Teil von völlig unerwarteter Seite - ist ein wunderbares Gefühl.
- Krisen erzeugen auch immer Handlungs- und Veränderungsdruck. Ich habe Dinge in Angriff genommen (wie z.B. die Übersiedlung von Wohnung und Büro), für die ich bislang immer (scheinbar) gute Gründe gefunden hatte, sie auf die lange Bank zu schieben.
Ihre Meinung?
Ich habe lange überlegt, ob ich in einem Unternehmerweb-Blog diese - doch sehr private und persönliche - Krisenerfahrung ansprechen soll oder ob ich damit eine Grenzüberschreitung begehe. Ihre Meinung dazu würde mich sehr interessieren.
Krisen sind dazu da, um bewältigt zu werden. In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern und Leserinnen Krisenfestigkeit!
Regina Haberfellner
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Mein Geschenk vom Christkind: Beraterliste
Mein Christkind war schon da!
Lange schon geisterte die Idee in meinem Kopf herum, auf der www.unternehmer-in-not.at eine Liste mit Sanierungsberatern einzurichten und nun ist sie Wirklichkeit geworden!
Jetzt mag sich der eine oder andere fragen, was daran so kompliziert sein soll und warum ich mich darüber so sehr freue wie damals, als die ersten Ski unterm Christbaum lagen. Auf den ersten Blick ist es ja wirklich keine Hexerei, aber der Teufel steckt im Detail. Die Sache verhält sich so:
Es liegt in der Natur der Sache, dass sich immer wieder Unternehmer/innen bei mir melden, die ums Überleben kämpfen. Oft haben sie schon auf der Plattform herumgestöbert und dann kommt unweigerlich die Frage, die mir immer wieder Bauchweh machte: Können Sie mir nicht einen Berater empfehlen?
Leider verhält es sich mit Sanierungsberatern ein bisschen wie mit dem Zahnarzt wenn die Wurzeln schon rebellieren oder Eiterherde sich festgesetzt haben – angenehm ist das nie und während der eine über einen Zahnarzt nur in den höchsten Tönen spricht, hat der andere einiges an ihm auszusetzen. Beim Sanierungsberater geht es aber nicht nur um akute Schmerzen, meist steht die ganze Existenz auf dem Spiel und damit wird die Auswahl des richtigen Beraters umso heikler. Leider habe ich auch immer wieder Fälle erlebt, in dem die Unternehmer/innen durch die falsche Wahl des Beraters vom Regen in die Traufe kamen.
www.unternehmer-in-not.at zeichnet sich durch Unabhängigkeit und Seriosität aus und so soll es auch bleiben. Für eine solche Beraterliste mussten daher objektive Kriterien her. Aber woher nehmen? Dieses ungelöste Problem hat mich bislang immer etwas ratlos das Projekt verschieben lassen.
Nun gibt es seit kurzem zwei Zertifizierungen, die mir genau das ermöglichen, nämlich die Certified Turnaround Experts und das FH-Studium Krisen- und Sanierungsmanagement der FH Kufstein. Bei den Rechtsanwälten verhält es sich etwas einfacher: wer vom Gericht als Masseverwalter im Rahmen gerichtlicher Insolvenz- u. Sanierungsverfahren bestellt wird, kann damit objektiv entsprechende Berufserfahrung transparent nachweisen.
Sanierungsberatung ist so etwas wie die Königsdisziplin in der Unternehmensberatung. Dass es für diesen so heiklen und komplexen Bereich endlich objektive Qualitätskriterien gibt, finde ich einen enorm wichtigen Schritt. Vielleicht findet der eine oder andere Unternehmer damit leichter rechtzeitig den Weg zur Beratung.
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